Perlenschatz bei multikultureller Gemeinde in Frankfurt

08.02.2016

k-IMG_9558Schon die Einladung zeigte etwas von der Spontanität der temparamentvollen Pastorin Mahin Mousapour von der deutschsprachigen multikulturellen Gemeinde Vaterhaus in Frankfurt. Am Freitag rief sie mich zurück: „Sie machen eine fantastische Arbeit! Ja, kommen Sie doch gleich am Sonntag. Da haben wir Abendmahl …“ Vereinsmitglied Rahel begleitete mich zum Gottesdienst am Nachmittag und erzählte der Gemeinde kurzerhand ihre aufregende Geschichte, wie sie vor 17 Jahren am Flughafen Frankfurt eintraf und und kurz darauf Pastorin Mahin kennen lernte. „Was ist die Wahrheit?“ wollte sie damals von der Pastorin wissen.

Der Gottesdienst war sehr lebendig, zwischendurch erzählten Gemeindemitglieder spontan von ihren konkreten Erlebnissen mit Gott unter der Woche. Die Gemeinde nimmt auch immer wieder neue Flüchtlinge unter ihre Fittiche.

Einige Frauen kamen nach dem Gottesdienst auf Rahel und mich zu. Sie waren bewegt von dem, was Gott Perlenschatz aufs Herz gelegt hat. Eine Frau sagte mir, sie würde schon länger dafür beten, Frauen begleiten zu dürfen, die unter Missbrauch und Gewalt gelitten hätten. Als ich Perlenschatz vorstellte, war es so, als sei unser Verein die Antwort auf ihr Gebet.

Die Mitglieder der Gemeinde, insbesonders auch die Männer, lobten das Anliegen von Perlenschatz und begrüßten es, wie die Pastorin später berichtete.

Ein Gast, der zum ersten Mal in der Gemeinde war, war offensichtlich nicht mit Perlenschatz einverstanden, wie er Rahel anschließend zu verstehen gab: „Wenn es Gewalt in der Ehe gibt, kann man das doch durch einen Dialog ändern.“ Wir sollten besser ein Haus gründen, das den Männern Gespräche und Therapie anbietet. „Diese Frauen sind doch an Gewalt gewöhnt, sie kennen nichts anderes und kommen mit der Gewalt gut zurecht …“ Am Ende bestätigte er ungewollt, dass es Perlenschatz geben muss: „Wenn die Frauen das Haus verlassen und flüchten, sind sie selber schuld, wenn sie damit ihr eigenes Todesurteil unterschreiben.“

(Anette Bauscher)

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